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Spandauer Weihnachtsmarkt

Gute Tradition: „Gute Schafe“

Landschaftspfleger und Fotostars: die „Gehörnten Gotlandschafe“

Sie gehört zum Spandauer Weihnachtsmarkt wie die ebenmäßige Tanne auf dem Marktplatz: die Weihnachtskrippe mit lebendigen Tieren am Reformationsplatz. Auch 2015 bildet eine kleine Schafherde nahe des Haupteingangs von St. Nikolai wieder ein beliebtes Fotomotiv – wobei die wenigsten Hobbyfotografen diesbezüglich an Begriffe wie Artenschutz oder Natur- und Landschaftspflege denken werden. Genau damit aber haben die fünf robusten gehörnten Gotlandschafe oder auch „Gute Schafe“, wie die exakte Rassenbezeichnungen im Unterschied zum wegen seiner Wolle gezüchteten „Gotlandschaf“ hierzulande lauten, eine Menge zu tun. Wurden doch erstmals Mitte der 70er Jahre Tiere der damals vom Aussterben bedrohten Art von Schweden nach
Dänemark und in die DDR exportiert. In Westmecklenburg und auf der Insel Usedom entwickelten sie sich prächtig, heute geht man in Norddeutschland von einem Bestand von gut 2.000 Tieren aus.
Die auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt zu sehende Mini-Herde – beide Geschlechter tragen gebogene Hörner mit groben Rillen - ist seit 2012 Teil einer Population, die auch am Spandauer Hahneberg zur aktiven natürlichen Landschaftspflege eingesetzt wird. Schäfer Björn Hage kommentiert: „Die Schafe halten Flächen frei, drängen auch Gehölze zurück, so dass seltene Pflanzen wie die Sandnelke hier heimisch bleiben können.“ Über Kot und Wolle verteilen sie überdies ebenso preiswert wie ökologisch
Saatgut. Und das mittlerweile an einem halben Dutzend verschiedener Standorte in ganz Berlin – von der Morellenschlucht nahe der Waldbühne bis hin zum „Biesenhorster Sand“ in Karlshorst.
Gehörnte Gotlandschafe leben das ganze Jahr über im Freien, selbst die Silvesterraketen am Hahneberg beunruhigen sie nicht. Insofern sieht Schäfer Hage auch in deren Spandauer Weihnachtsmarkt-Gastspiel keinen Risiko- oder Stressfaktor. „Man sollte die Tiere nur nicht füttern, Brotgenuss kann bei ihnen zur Übersäuerung des Magens und damit zu inneren Vergiftungen führen“, erläutert er. Wer meint, Futter für die Tiere abgeben zu wollen, wendet sich am besten an das Marktpersonal.
Der Phantasie beim Fotografieren sind aber keine Grenzen gesetzt, und kraulen oder
streicheln lassen sich die friedfertigen Tiere – vier Damen und ein Bock – nach
Aussagen des Schäfers auch sehr gern.