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Spandauer Weihnachtsmarkt


Langos-Micha: Die Mischung macht´s!

Vom Rhein an die Havel – mit Balaton-Gebäck im Gepäck


Seit 2007 steht Michael Titz mit dem ungarnstämmigen Kultgebäck alljährlich vier Weihnachtsmarkt-Wochen vor Karstadt. „Männer bestellen einfach, gern eine Variante mit Salami oder Schinken. Frauen zögern oft und beschweren sich: Bei den vielen Sorten weiß man ja gar nicht, was man nehmen soll.“ So lautet,geschlechtersortiert und mit einigem Augenblinzeln, die Bilanz des dienstältesten Langos-Verkäufers auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt. Der „escht köllsche Jung“ liebt sein Berliner Publikum: „Hier stehen manchmal 20 Leute in einer Schlange, völlig sortiert und in einer Reihe. Das erlebt man in der Domstadt nicht.“ Das so disziplinierte Publikum gibt ihm den Liebesbeweis
zurück: „Zu mir kommen seit vielen Jahren Stammgäste, sogar aus dem Brandenburger Umland, aus Charlottenburg oder Südberlin. Der Pförtner ebenso wie der Bankdirektor. Die Schuldirektorin wie die Gymnasiastin. Und von vielen höre ich, dass ihnen nun einmal meine Langos am besten schmecken.“ „Erstkontakt“ zum Langos stellte er übrigens während seiner Balaton-Urlaube in den 80er Jahren her. Was ihn auch heute leicht ins Gespräch mit Weihnachtsmarkt-
besuchern verschiedener Bundesländer über west-ost-deutsche Urlaubsbegegnungen der Vorwendezeit bringt. Langos systemübergreifend, sozusagen.
Mit dem Teiggebäck ist es dabei offensichtlich wie im richtigen Leben: Auf die Mischung kommt es an. Titz setzt auf ausschließlich frisch zubereitete Ware und täglichen Wechsel seines hochwertigen und rauchfrei eingesetzten Ausbackfettes. Eine aus der Pizzaherstellung kommende Teigmaschine nutzt er so für seine Langosherstellung, dass der Teig durchgehend dünn und deswegen nicht fetttriefend ist. Titz selbst ist ein Berlin-Kölner Gemisch: Mutter Berlinerin, Vater Rheinländer. Seine aktuelle berufliche Mischung: Krankenpfleger und Langos-Verkäufer. Auf einer ¾-Stelle arbeitet er bei einem ambulanten Kölner Pflegedienst, der bei seiner Schichtplanung mehrere Volksfeste in NRW und eben den vierwöchigen Spandauer Weihnachtsmarkt berücksichtigt. „Bis 2007 war ich sogar selbst Pflegedienstleiter, dann bin ich
über Umwege zum fahrenden Volk und dem Langos gekommen. Und seit 2008 passt beides sehr gut unter einen Hut“, erinnert er sich. Mundartlich ist ihm allerdings Gemischtes fremd: „Manch einer bleibt ja, wie ich weiß, auch wegen meiner köllschen Sprache am Stand stehen“, schmunzelt er.

Nur wenige der angeschriebenen 160 deutschen Weihnachtsmärkte hatten 2007 Langos-Michas Nachfragen ernst genommen. Die Spandauer machten das überzeugendste Angebot und so steht Michael Titz Anno 2014 bereits zum achten Mal hinter dem Verkaufstresen an der Carl-Schurz-Straße. Und ist bei den einschlägigen regionalen Großhändlern schon wieder bestens gelistet, setzt er doch in vier Wochen Spandauer Weihnachtsmarkt gemeinsam mit seinen
beiden Wochenend-Helferinnen zum Beispiel acht Zentner Mehl, 560 Liter Öl, 250 Liter Milch, 50 Kilogramm Tomaten, zwölf Kilogramm Salz und sechs Kilogramm Hefe ein und um. Der Erfolg gibt der gelebten Mischkalkulation des Vaters dreier bereits erwachsener Kinder offensichtlich recht, und so darf man auch in den kommenden Jahren mit seinem vorweihnachtlichen Ausflug vom Rhein an die Havel rechnen. Zumal er mit dessen Ertrag sein Hobby, das Motorradfahren, finanziert. Und trotz, vielleicht auch gerade wegen der eingangs zitierten Erfahrungen mit den weiblichen Besuchern bleibt der Mann mit der Basketballer-Figur stets humorvoll und charmant.

Hier findet jede und jeder eben nicht nur einen,sondern seinen schmackhaften Langos auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt. Und obendrauf gibts, als
kostenlose Zugabe, eine kräftige Portion rheinischen Frohsinns.